Ruthild Hahne

Eine Bildhauerin zwischen Systemen

2026:Februar // Birgit Szepanski

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02-2026


Am Tag des offenen Denkmals besuche ich das ehemalige Atelier- und Wohnhaus der Bildhauerin Ruthild Hahne in der Pankower Erich-Weinert-Siedlung. Das Atelier hat eine Atmosphäre, die mich überrascht und noch lange Zeit beschäftigt. Verschiedene Kleinplastiken aus Bronze wie Kinderköpfe, weibliche Aktfiguren, ein meterlanger Gipsfries für ein Ernst-Thälmann-Monument, ein überdimensionierter Leninkopf, eine circa drei Meter große Thälmannfigur mit ausgestrecktem Arm und ein fast ähnlich großes Arbeiterpaar (Mann und Frau) stehen im Atelier beieinander. Mit den Grünpflanzen, Eichenmöbeln und Teppichen, den ausgelegten Zeitungsartikeln über ihr Werk und Porträtfotografien von Ruthild Hahne wirkt der Raum fast wohnlich. Ich gehe an den auf Sockeln und in Regalen stehenden Skulpturen vorbei und lese die Zeitungsartikel. Es gibt einen italienischen Zeitungsartikel über eine Ausstellung aus den 1940er- Jahren, die Mussolini besuchte, und in der Ruthild Hahne, die einen Studioaufenthalt in der Villa Massimo hatte, erwähnt wird. Gleich daneben liegt die Zeitschrift „Die Arbeiterin. Interessen der werktätigen Frau“, 1961 erschienen und herausgegeben vom Zentralkomitee des SED. Auf dem Titelbild posiert Ruthild Hahne vor einer ihrer großen Thälmann-Skulpturen. Auf einer Atelierwand sind Schwarz-Weiß-Fotos aufgehängt, die die Künstlerin 1940 in Rom spazierend zeigen oder auf denen sie als Tänzerin gezeigt wird. In dem hohen Atelierraum mit einer großflächigen Glasfassade treffen all diese Dinge aufeinander und lassen sich weder visuell noch zeitgeschichtlich zusammenführen oder einordnen. Wer war die Bildhauerin Ruthild Hahne, frage ich mich bei dem Besuch. Ist das Atelier eine Erinnerungsstätte, ein Museum oder eine Zeitkapsel? Auf beide Fragen finde ich keine eindeutige Antwort und gerade das nicht Einzuordnende ist es, das den Ort und die Künstlerin so interessant macht. Ruthild Hahnes Leben und Kunst zeigen die Wirkungsmacht politischer Systeme, in denen die Einzelne einer Ideologie untergeordnet wird, genauso wie auch die Bruchstellen und Verletzungen, die diese hinterlassen.

Das Atelier- und Wohnhaus trägt noch den grauen Verputz der 1950er-Jahre und hat einen großen Garten mit einem Pfirsichbaum, den Ruthild Hahne aufgrund ihrer Liebe zu Italien selbst gepflanzt hat. Durch Schienen, die vom ebenerdigen Atelier in den Garten führten, konnte die Künstlerin an ihren meterhohen Großplastiken für ein Thälmann-Denkmal auch draußen arbeiten. Dieser Übergang zwischen Atelier und Garten hat eine Ähnlichkeit zur Atmosphäre der Villa Massimo, in der Ruthild Hahne 1940/41 einen Studioaufenthalt hatte und zahlreiche Kleinplastiken wie Frauenfiguren und Kinderköpfe schuf. Sie war dort erst die zweite Künstlerin unter vielen Künstlern, spazierte in den römischen Parks, bewunderte Architektur und Kunst und beschrieb diese Zeit als eine ihrer schönsten.1 Angesichts ihrer bewegten Biografie ist dies nachvollziehbar. Sie wuchs in einer gut situierten Kaufmannsfamilie in Berlin-Charlottenburg auf, wollte Künstlerin werden und machte zunächst eine Ausbildung zur orthopädischen Tänzerin. Anfang der 1930er-Jahre lernte sie den Tänzer Jean Weidt kennen, der den Ausdruckstanz mit sozial-politischen Themen verband. Ein Jahr später begann sie mit der von Jean Weidt gegründeten Tanzgruppe „Die roten Tänzer“ aufzutreten. „Die Themen unserer Tänze und Lieder waren beispielsweise ‚Maschinentanz‘, ‚Unter den Brücken von Paris‘ oder der ‚Bergarbeitertanz‘ […]. Darbietungen, die die Armut und die Unterdrückung der Arbeiter und Landbevölkerung zum Ausdruck brachten.“2 Eine Schwarz-Weiß-Fotografie an der Atelierwand zeigt die junge Ruthild Hahne als Tänzerin, schlank und mit hochgehobenen Armen. Vermutlich hat gerade der Ausdruckstanz Ruthild Hahnes Einfühlen in skulpturale Menschendarstellungen geprägt. Die kommunistisch orientierte Tanzgruppe „Die roten Tänzer“ löste sich 1933 aufgrund politischer Repressionen auf. Die Ideologie der Nationalsozialisten unterband schnell jegliche künstlerische Ausdrucksfreiheit, die sich in den frühen 1930er-Jahren entfaltet hatte und Synergien zwischen den Künsten schuf.

Ruthild Hahne bewarb sich 1936 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und begann Bildhauerei zu studieren; gleichzeitig arbeitete sie als orthopädische Tanzlehrerin, um das Studium zu finanzieren. Als künstlerische Vorbilder nannte sie griechische und ägyptische Kunst und sah doch im Rückblick ihre Ausbildung kritisch: „Ich erhielt anfangs Unterricht bei dem Nazibildhauer Arno Breker, konnte aber erreichen, ab 1936/37 bei dem humanistisch eingestellten Professor Gerstel weiterzustudieren.“3 Der Bildhauer Wilhelm Gerstel, bei dem Ruthild Hahne auch Meisterschülerin wurde, ist wenig bekannt. In Berlin hat er für das Ullsteinhaus4 die Bauplastiken, die die expressionistische Backsteinfassade bestücken, geschaffen. Im Kunststudium lernte Ruthild Hahne den Bildhauer Fritz Cremer, die Tänzerin Hanna Berger und weitere Künstlerinnen kennen. Sie trafen sich regelmäßig in ihren Ateliers, um über Kunst und Politik zu sprechen. Nach ihrem Studienaufenthalt in Rom in der Villa Massimo kehrte Ruthild Hahne in diesen Künstlerkreis zurück, der mittlerweile eine „aktive antifaschistische Widerstandstätigkeit“5 plante und auch ausführte. In dieser Kunstszene traf Ruthild Hahne den Widerstandskämpfer Wolfgang Thiess, mit dem sie einige Zeit zusammenlebte und den sie heiraten wollte. Wolfgang Thiess setzte sich für den Widerstand gegen Hitler und die Nationalsozialisten ein und war innerhalb der Gruppe „Rote Kapelle“6 aktiv. Ein Teil der Widerstandsgruppe traf sich auch in Ruthild Hahnes früherem Atelier. Dort tippte Hahne Protokolle der Treffen, die weitergereicht und beispielsweise in Betrieben verteilt wurden. 1942 wurde die Gruppe von den Nationalsozialisten enttarnt, viele kamen ins Gefängnis, so auch Ruthild Hahne (Frauengefängnis Moabit, danach Cottbus). Bei einem Bombenangriff 1945 wurde das Gefängnis in Cottbus zerstört und ihr gelang die Flucht. Ihr Freund Wolfgang Thiess wurde 1943 in Berlin hingerichtet.

Aufgrund ihrer Verhaftung und Gefangenschaft sowie dem zerstörerischen Ende des Zweiten Weltkrieg konnte Ruthild Hahne ihr Kunststudium nicht beenden. Sie führte ihre künstlerische, bildhauerische Arbeit einfach selbstständig weiter: In den frühen 1950er-Jahren sind neben Frauen- und Kinderskulpturen viele Porträts von Politikern entstanden, darunter eine Lenin-Büste in Bronze, Porträtplastiken von Karl Liebknecht und Ernst Thälmann – dies machte sie zu einer namenhaften und erfolgreichen Bildhauerin der Nachkriegszeit. Sie unterrichtete als Dozentin an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee (heute Weißensee Kunsthochschule Berlin) und nahm mit dem Architekten Waldemar Heinrichs an der Ausschreibung der DDR für ein Ernst-Thälmann-Denkmal teil. Dieser Entwurf erhielt eine Prämierung und sollte überarbeitet werden, hinzu kam deswegen als Unterstützung der Bildhauer René Graetz. Der geplante Standort für das monumentale Denkmal war der damalige Thälmannplatz in Ost-Berlin – heute Wilhelmstraße/ Ecke Leipziger Straße in Berlin-Mitte. Auch andere Entwürfe gingen in die zweite Runde, darunter ein Entwurf von Fritz Cremer, ihrem Bildhauerfreund. 1950 wird Ruthild Hahne mitgeteilt, dass sie den Auftrag erhielt. Sie versuchte Cremer hinzuzugewinnen, dieser lehnte jedoch ab und seine Begründung deutetedie Schwierigkeiten an, die Ruthild Hahne später leidvoll erfahren wird. „Solange ich mich nicht selbst in dem Strudel der notwendigen geistigen Auseinandersetzung zwischen Künstler und Politiker, was die formalen Probleme der statischen Kunst betrifft, befinde, möchte ich […] nicht in etwas hineingeraten, was ich künstlerisch vielleicht nicht verantworten kann.“7

Ruthild Hahne stand unter Druck aus drei verschiedenen Richtungen: ihren eigenen künstlerisch-humanistischen Vorstellungen, dem künstlerischen Staatsauftrag der DDR und einer rigider werdenden SED. Damit sie an dem Monument arbeiten konnte, zog sie 1953 in die neuerbaute Erich-Weinert-Siedlung. Atelier und Wohnen waren in Ruthild Hahnes Haus verbunden und wichen damit von den Typenbauten, mit denen der Architekt Hanns Hopp die Erich-Weinert-Siedlung konzipierte, ab. Hahne konnte sich mit ihrer individuellen Vorstellung eines Wohn- und Arbeitsortes durchsetzen. Sicher auch, weil sie die Ausschreibung für das Thälmann-Denkmal gewonnen hatte. Mit dem Bau der Mauer 1961 geriet jedoch der geplante Standort des Monuments in Ost-Berlin in ein Sperrgebiet. Ruthild Hahne arbeitete an ihrem allegorischen Denkmal mit fünfzig Figuren, die vom sechs Meter hohen Ernst Thälmann angeführt werden, unbeirrt weiter; immer in der Hoffnung, dass ein neuer Standort gefunden würde. Es sind vorwärtsschreitende, junge und ältere Frauen und Männern mit feiner Mimik, eingeteilt in zwei Menschenaufzüge (SPD und KPD symbolisierend). Die Zusammenstellung der Figuren ist eine Choreografie und erinnert stark an Hahnes politisch-sozialen Ausdruckstanz in der Tanzgruppe „Die roten Tänzer“ der frühen 1930er-Jahre. Um sich ganz dem Großauftrag widmen zu können, gab sie ihre Dozentenstelle auf. Im Laufe der Zeit geriet sie jedoch in die bürokratisch-politische Zermürbungsmaschinerie der SED-Politik der DDR.

Ernst Thälmann war ein KPD-Politiker, der, nachdem er ausdrücklich vor Hitler und der NSDAP gewarnt hatte, ab 1933 sein Leben in Haft verbrachte. 1944 wurde er auf Befehl Hitlers im Konzentrationslager Buchenwald hingerichtet. Das Thälmann-Denkmal sollte als ein Mahnmal gegen den Faschismus in der Mitte Berlins stehen, in der Nähe der alten Reichskanzlei, die ab 1935 auch das Wohnquartier von Hitler gewesen war. Das künstlerische Projekt war also ein höchst aufgeladener, politischer Auftrag: „Dort, wo jener sogenannte Führer, der den Kommunismus ausradieren wollte, ein schmähliches Ende fand, gerade dort sollte das siegkündende Mahnmal des Arbeiters und Kämpfers […] sich erheben […] .“8 Absurd ist, dass gerade dieser geschichtliche und politische Standort durch den Bau der Mauer (1961) in ein Niemandsland fiel und zu einem „blinden Fleck in der Topographie der Stadt“ wurde.9 Damit begann die sukzessive Verzögerungstaktik für Ruthild Hahne: Die Unterstützung des Bildhauerkollegen René Graetz fiel weg; andere Bildhauer wurden ihr zugewiesen; sie wurde in die Sowjetunion geschickt, um fachliche Kenntnisse zu erwerben und der (Star-)Architekt Hermann Henselmann sollte die Randbebauung des Thälmann-Denkmals konzipieren. Auch bei der Wahl des Materials gab es unterschiedliche Vorstellungen: Ruthild Hahne wollte die fünfzig Figuren in Bronze gießen und in ein großes Steinfries stellen. In den Protokollen des Politbüros der SED wurde jedoch festgehalten, dass Steinmetze fehlen, die Ruthild Hahnes Modelle 1:1 in Stein übertragen sollten – eine zeitlich und logistisch unrealistische, künstlerische Umsetzung. Zweifel an den Fähigkeiten Ruthild Hahnes als Bildhauerin verfestigten sich und auch ihre Darstellung von Ernst Thälmann als eine Menschen anführende Figur wurde im Hinblick auf die alleinige Machtposition der SED immer stärker kritisiert.

Ruthild Hahne wurde mit dem Auftrag allein gelassen und gab dennoch all ihre Energie in das Denkmal. Sie konzipierte verschieden große Modelle in Gips, übertrug sie in Ton und ließ sie in Bronze ausgießen, und näherte sich stufenweise dem geplanten Maßstab des Denkmals von vier bis sechs Metern an.10 Eine gigantische bildhauerische Aufgabe. 1959 stürzte sie im Atelier von einem Gerüst und verletzte sich schwer; sie arbeitete dennoch an künstlerischen Lösungen und einzelnen Figuren weiter. Einmal zerfiel eine Thälmann-Figur. Der Balken, auf dem sie stand, zerbrach aufgrund von Feuchtigkeit und „die Faust hatte Übergewicht und neigte sich zur Seite“11. Ruthild Hahne begann von vorn. Zwischen Ausdauer und Niederschlägen wurde das Thälmann-Denkmal zu einer künstlerischen Sisyphusaufgabe.

1965 entschied das SED-Zentralkomitee den offiziellen Abbruch des Auftrages. Als Argument wurde aufgeführt, dass es keinen Standort gäbe, dass das Denkmal erst 1980 fertig sein würde, dass es unbezahlbar wäre (geschätzte Kosten 30 bis 40 Millionen Mark) und die Künstlerin mit der Ausführung und Planung überfordert sei. Die Verantwortung des Scheiterns wurde Ruthild Hahne gegeben. Sie nahm danach keine öffentlichen Aufträge mehr an und beendete ihre Arbeit als Künstlerin. Einen Teil der fertigen Modelle zerschlug sie und schloss dann ihr Atelier ab. Da sie noch ihren westdeutschen Pass behalten hatte, reiste sie viel nach Frankreich und Italien und unternahm auch nach der Wende Kreuzfahrten. Das Atelier wurde von ihr als Garage genutzt. Erst nach ihrem Tod haben der Sohn und ihre ehemalige Schwiegertochter es wieder aufgeschlossen, Dokumente zusammengetragen und ein Teil ihres Œuvres zugänglich gemacht.

Wenn man heute das Wohn- und Atelierhaus von Ruthild Hahne besucht und in der Erich-Weinert-Siedlung spazieren geht, erscheint vieles trist. Wenig sichtbar ist der geschichtliche Kontext. Es fehlen Informationstafeln zur Siedlung. Allein ein paar Worte auf in einer Mauer eingelassenen, verschmutzten Fliesen erinnern an den geschichtlichen Kontext der Siedlung.12 Bei einer Recherche erfahre ich mehr zu diesem Ort. Die Erich-Weinert-Siedlung war eine von drei in Ost-Berlin erbauten „Siedlungen für die schaffende Intelligenz“13. „Geistig schaffende Werktätige“ bildeten neben Arbeiterklasse und Bauernschaft in der DDR eine gesellschaftliche Gruppe, die die antifaschistisch-demokratische Ordnung zusammenhalten sollte.14 Viele Häuser der Erich-Weinert-Siedlung, in denen vornehmlich Schriftsteller*innen, Publizist*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen und Künstler*innen wohnten, wurden aus Ruinen-Abrissmaterial erbaut – dies ist aus heutiger Sicht ein interessantes Detail, um die ­Ambivalenz zwischen Not und Aufbruch der Nachkriegszeit besser zu verstehen. Optisch orientierten sich die Häuser in der Siedlung an Strukturen von Einfamilienhäusern der 1920er- und 1930er-Jahre. Die Häuser „hoben sich bewusst von den gründerzeitlichen Villen und vom großbürgerlichen Einfamilienhausbau der Weimarer Republik in der Nachbarschaft ab. Funktional und komfortabel gestaltet, vermittelten sie in der Nachkriegszeit Hoffnung auf einen bescheidenen und stetig für alle wachsenden Lebensstandard. Insofern waren die Siedlungen und ihre Bewohnerschaft auch kulturelle Trendsetter.“15

Ruthild Hahne ist in dem Siedlungsplan als einzige Frau allein eingetragen – die beiden anderen genannten Frauen in der Siedlung waren verheiratet und tauchen neben den Namen ihrer Ehemänner auf: Jeanne Stern (Übersetzerin, Drehbuchautorin) und Irmgard Litten (Schriftstellerin). Ich frage mich bei der Recherche zu Ruthild Hahne, warum 1986 das monumentale Thälmann-Denkmal des sowjetischen Künstlers Lew Kerbel im Bezirk Berlin-Pankow16aufgestellt wurde und auch, warum es beispielsweise kein monumentales Rosa-Luxemburg-Denkmal gibt. Es stellt sich die Frage, ob Ruthild Hahnes Thälmann-Denkmal überhaupt irgendwo in (Ost-)Berlin gestanden hätte. War es ein realistisches Kunstvorhaben oder von Anfang an eine staatlich beauftragte, künstlerische Utopie?



1
„Ruthild Hahne, Geschichte einer Bildhauerin“, Katalog, Hrsg.: Schadow Gesellschaft, Berlin 1995, S. 23.
2
Ebd. S.15.
3
Ebd. S. 20.
4
Das Ullsteinhaus wurde 1927 errichtet und war Verlagssitz und Druckhaus für den Ullstein Verlag. Die jüdische Familie Ullstein wurde im Nationalsozialismus enteignet, verlor ihren Besitz und erhielt 1952 das Gebäude zurück. In den 1960er Jahren wurde das Gebäude von den Ullstein-Erben an den Springer-Verlag verkauft. Heute sind verschiedene Unternehmen dort ansässig.
5
„Ruthild Hahne, Geschichte einer Bildhauerin“, Katalog, Hrsg.: Schadow Gesellschaft, Berlin 1995, S. 22.
6
„Rote Kapelle“ ist ein von den Nationalsozialisten geprägter Begriff und umfasste Personen, die gegen Hitler aktiv waren und sich vernetzten. Es handelte sich um ein Netz von circa 400 Personen, die Flugblätter druckten, jüdischen Menschen und Oppositionellen halfen und Verbrechen des NS-Regimes dokumentierten. 1942 wurden in Berlin fast 80 Personen aus diesem Widerstandskreis verhaftet und über 60 Personen hingerichtet.
7
„Ruthild Hahne, Geschichte einer Bildhauerin“, Katalog, Hrsg.: Schadow Gesellschaft, Berlin 1995, S. 57.
8
Peter Edel, BZ am Abend, 1956 Berlin, in: Ebd., S. 59.
9
Ebd.
10
Siehe: „Berlin: Ruthild Hahne, geb. 1910“, Christine-Felice Röhrs, Tagesspiegel online, 04.10.2001, abgerufen am 20.11.2025.
11
„Ruthild Hahne: Ernst beiseite“, Stephan Haselberger, Tagesspiegel online, 02.09.2013, abgerufen am 20.11.2025.
12
Die Fliesen gehören zu der Gedenkstätte Erich Weinert, Heinrich-Mann-Straße, Berlin-Pankow: „Den Gedanken Licht, den Herzen Feuer, den Fäusten Kraft. Erich Weinert“
13
„Drei Siedlungen für ‚die schaffende Intelligenz‘ in Ost-Berlin“, www.max-lingner-stiftung.de/intelligenzsiedlungen, abgerufen am 17.11.2025. Zwei Siedlungen befinden sich im Pankower Ortsteil Niederschönhausen, am heutigen Fritz-Erpenbeck-Ring und um die Straße 201 (heute Beatrice-von-Zweig-Straße). Eine weitere Siedlung war im Köpenicker Ortsteil Grünau, zwischen Regattastraße und dem heutigen Kanutenweg.
14
Im Wappen der DDR wurde dies visualisiert: Neben dem Ährenkranz (Symbol für die Bauernschaft) befand sich ein Hammer (Symbol für Arbeiterklasse) und ein Zirkel (Symbol für die Intelligenz).
15
„Drei Siedlungen für ‚die schaffende Intelligenz‘ in Ost-Berlin“, www.max-lingner-stiftung.de/intelligenzsiedlungen, abgerufen am 17.11.2025.
16
Das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin-Pankow (Ortsteil Prenzlauer Berg) verfügt über eine künstlerische Kommentierung von Betina Kuntzsch: „Vom Sockel denken“ (2021). Über einen QR-Code lassen sich 10 Kurzfilme sehen und zusätzliche Sitzsockel laden ein, diese vor Ort zu sehen.
Alle Fotos: Birgit Szepanski